Lissabon

Reiseblog

Heute geht‘s in die grosse alte Stadt. Anreise… 280 Kilometer… zum grössten Teil über die Autobahn… Und Autobahn in Portugal bedeutet Maut. Und es gibt verdammt viele Maustellen. Einziger Vorteil… die Beträge werden automatisch per Transponder abgebucht, dass heisst ich muss nicht jedesmal anhalten… aber über die Endabrechnung will ich jetzt nicht nachdenken. Das sind bestimmt mehr als vierundtrölfzig Euro. Egal…ist ja Urlaub.

Die Fahrt an sich ist unspektakulär. Immer die gleiche mediterrane Landschaft… obwohl… man merkt, dass Portugal relativ flach daherkommt. An jedem noch so kleinen Felsdurchbruch durch einen Hügel, durch den eine Strasse führt, wurde liebevoll eine grosse Hinweistafel angebracht auf der darauf hingewiesen wird, dass es sich bei hierbei um einen Tunnel handelt. Und jeder Tunnel hat natürlich auch einen Namen. Und wie gesagt… Tunnel ist alles was länger ist als 50cm ist. Das aber nur am Rande.

Wir nähern uns Lissabon…. und über die Autobahn führt der Zubringer in die Stadt über die Golden Gate Bridge… Na ja… wahrscheinlich heisst die Brücke tatsächlich anders.. aber sie sieht der Golden Gate schon sehr ähnlich  ;o)

So, angekommen in der Stadt… ich brauche ein Parkhaus… Achtung !!! Wer gerne in Lissabon mit dem Auto fährt hat eindeutig einen bedenklichen Hang zum Masochismus ;o)

Die Stadt ist sehr alt und hat über einen sehr langen Zeitraum weder Naturkatastrophen noch Zerstörung durch Menschenhand erfahren. Sie ist von daher war sehr pitoresk, vom modernen stadtplanerischen Standpunkt aus aber auch eine logistische Katastrophe. Viele der alten Strassen wurden nicht für Autos entworfen, sondern bestenfalls für Pferdekutschen. Dementsprechend unkoordiniert kann man sich den Verkehr in der Stadt vorstellen.

Parken in der zweiten Reihe bei einer Strassenbreite von 5 Metern… völlig normal. Links und rechts von Motorrollern überholt werden… harmlos. Strassen durch die nur ein Kleinwagen durchpasst – zumindest in den Kurven ;o) – … mehr die Regel als die Ausnahme.

Aber nichts desto trotz nimmt der Portugiese an sich dieses Verkehrschaos mit stoischer Gelassenheit. Wild hupende Autofahrer nur weil wieder mal ein Rentner im Fiat 500 beim Einparkversuch  3 Fahrspuren gleichzeitig für 5 Minuten blockiert… gibt es nicht.

Die Strassenbahn muss alle hundert Meter anhalten, weil mal wieder ein Auto auf den Gleisen parkt… das normalste der Welt… und niemand der sich über dieses Verkehrschaos aufregt… das ist Lissabon.

Ach ja und dann gibt‘s natürlich noch tonnenweise Sehenswürdigkeiten. Aber die nimmst Du dann einfach im Vorbeifahren mit… denn der Verkehr ist ja ohnehin langsam genug dazu ;o)

Wer gerne entspannt in Lissabon vorankommen will, der kann die Strassenbahn nehmen. Die fährt zwar mit elektrischem Strom… die Wagen an sich machen jedoch den Eindruck als führen sie seit dem 17ten Jahrhundert ununterbrochen, und ohne jedes technische Upgrade seither. Die Fahrt ist rauh und „ursprünglich“. Wer mit einem Becher Rohmilch einsteigt, steigt mit Schlagsahne aus. Sie ist fast schon ein Thrillride, da sie sich oft nur in 10 Zentimer Entfernung an Häusern, Menschen und Autos vorbeischlängelt. Also besser den Kopf nicht zu weit aus dem Fenster halten ;o)  Das ist Lissabon.

 

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